Zum neuen Jahr: 

 

Neujahr13

 

 


Auf dieser Seite finden sich, unter- und durch-einander, verschiedene kleinere Texte, Bilder, Fundstücke. Emsiges Scrollen oder Klicken fördert möglicherweise für den Einen oder die Andere etwas Lohnenswertes zu Tage.

 

 

Schubladen

Schubladen-Denken                            Friederike Borowsky  

 

 

 

 

  

Gespräche mit dem Vogel 

 

   

Viele „Gespräche mit dem Vogel“ hat der Schriftsteller und Satiriker Gabriel Laub in zwei kleinen Bänden veröffentlicht. Die Gesprächspartner (ein Mensch und ein uralter riesiger Raubvogel, der die menschliche Sprache erlernt hat) diskutieren über verschiedenste Themen. Dabei bringen die hintersinnigen Überlegungen des Vogels den Menschen oft in Argumentationsnöte; denn wenn   Menschliches auf Tierisches, besser: Natürliches trifft, zeigen sich Widersprüche. Die Frage, ob Natürliches unmenschlich ist oder Menschliches unnatürlich, müssen LeserInnen von Fall zu Fall entscheiden.  

 

gespräch

 Ein Klick auf das Bildchen  lädt eine PDF-Datei, die ein Gespräch mit dem Vogel enthält,das Gabriel Laub nicht aufgeschrieben hat.

 

 

 

 

 

 

willi

Willi schreibt

Kater Willi stellt sich stur -  

verlässt sie nicht, die Tastatur.

Er trotzt, wie immer, dem Verbote

Setzt eine nach der and‘ren Pfote.

   Verfasst er Katzenlit’ratur?

  „Q5Xb“– was heißt das nur?

 

 

 

Nun noch drei „v“. Dann macht er halt,

Blickt kurz zur Mouse (sie lässt ihn kalt).

Gemessen wendet er das Haupt,

Taxiert den Menschen, ob’s erlaubt,

Nach derart kreativem Tun,

Auf dessen Schoße auszuruhn.

 

Der Mensch, erfreut, rückt sich zurecht,

auf dass der Kater nicht zu schlecht,

Auf seinen Beinen liegen kann.

Und druckt des Katers Text sodann.

„Q5Xb“und „v,v,v“.

Das Tier bestätigt leise: „Mau“.

 

 

Dieses Gedicht ist ein Teilplagiat. Ein 5-Zeiler, gefunden auf einer vergessenen Fundstelle, hat zum Selber-/Weiterdichten angeregt.  

 

 

 

 

Der Winter ist lang, aber irgendwann ist es wieder so weit ...

     

segeln

 

 

Von einem, der auszog, das Meer zu sehen

 

Eigentlich fühlte er sich zu Hause sehr wohl. Ihm gefielen die kleinen Dörfer, die Wälder und Äcker der Region und der Himmel, der sich darüber spannte. An dem war eigentlich immer etwas los.

Nur – es gab so wenig Wasser dort, geschweige denn ein Meer. Noch nicht einmal genügend Regen lieferten die Wolken, die er so gern beobachtete. Jedes Jahr mühten sich die Bauern mit ihren Wasserkanonen ab, um die Aussaat nicht vertrocknen zu lassen.

Öfter mal ein paar Tage am Meer, fiel ihm ein. In einer Hotelburg mit all ihrem Lärm? Niemals. Ein Wohnmobil muss her! Gesagt getan.

Die Jungfernfahrt zum Meer. Der Novemberwind treibt die Wolkenfetzen, der Strand vollkommen leer. Nur das Wohnmobil steht dort und verspricht Wärme, heißen Tee und den Ausblick auf Wellen mit weißen Krönchen, wenn er wieder dorthin zurückgekehrt ist – vom Wind zerzaust, die Taschen des Anoraks voller Strandgut.

Diese Investition hat sich wirklich gelohnt. Ab jetzt: immer mal ein paar Tage in dem zweiten Zuhause am Meer.  

 

Die Sonne steht höher. Das Meer muss jetzt nicht mehr nur schön sein, auch schon fast warm. Das Wohnmobil findet den Weg zu den Plätzen des Winters fast von allein. Die Vorfreude steigt. Vielleicht schon ein erstes kurzes Bad?  

„Parken verboten“, „Für Wohnmobile verboten“, „Übernachtung verboten“, „Zufahrt verboten“, „Wohnmobile nur auf den ausgewiesenen Stellplätzen erlaubt“.

Sonne und Wärme haben offenbar nicht nur viele Menschen an das Meer gebracht, sondern haben auch Schilder und amtliche Hinweise sprießen lassen.

In dem Wohnmobilpark ist noch ein Platz in der fünften Reihe frei. Der Abstand zu den Nachbarn beträgt eineinhalb Meter. Zum Strand sind es 700. „Bitte die Wege nicht verlassen“. Die Verhaltens-Regeln, auf dieder Platzwart verweist, umfassen drei Seiten.

Aber er will doch das Meer sehen. Nach 700 Metern ist es soweit. Drei Jetski lärmen ihre sinnlosen Kreise und übertönen die Schreie der Möwen. Sehnsüchtig blickt er hinaus: Weit draußen unterbrechen  weiße Segel den sanften Bogen des Horizonts.

 

Ganz unten auf dieser Seite geht die Geschichte weiter ... 

    

 

 

 

 

 

 

   

Galaxie

 

Das Treffen 

Vom Ursprung und Ende  unserer Welt

 

Die kleine Geschichte über die Probleme von Welten-schöpfern ist nun in dem Sammelbändchen    

"Ende der Bewegung" enthalten  (siehe vorangehende Seite "Geschrieben")    

 

 

 

 

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Namen ...

 

 

... sind Schall und Rauch. Na ja, ein Dichterfürst kann sowas schon mal behaupten (und seinen eigenen dann fett an den Beginn jedes seiner Werke setzen). Normalsterbliche googeln ganz gern nach dem ihrigen, manche mehr oder weniger verschämt. Hat die (virtuelle) Welt mich zur Kenntnis genommen? Was weiß sie über mich? Auch interessiert die Frage, wer meinen Namen noch trägt. Und: Wo komme ich her?  

 

Ahnenforschung per Internet kann allerdings frustrierend sein. Haben die Vorfahren ihr Leben lediglich mit ihrer Hände Arbeit bestritten, waren sie weder berühmt noch berüchtigt, ist da nach ein oder eineinhalb Jahrhunderten oft Schluss. Vielleicht hat es die Seite eines alten Kirchenbuches noch in das Internet geschafft. Da ist dann die Eheschließung eines Ur-(urur)- Großvaters dokumentiert; vielleicht mit dem Hinweis, er sei des Lesens und Schreibens nicht kundig gewesen. Spätestens dann aber ist Schluss.   

 

Es sei denn, es gibt noch einen unverhofften Zufallstreffer. So wie den einer Urkunde, die aus irgendwelchen Gründen ganze sechs Jahrhunderte überlebt und es dann unter einen Scanner geschafft hat. Nun ist es gewiss: Auch der eigene Namen hat eine lange Geschichte - auch wenn niemand sie kennt ...

 

 

Urkunde1416

 

 

   

 

   

 

 

Kontemplation

Denk ich an Deutschland in der Nacht...  

 

 

 

 

 

Wiehert da was?

 

Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen der Lüchow-Dannenberger Bürger im Straßenverkehrsamt vor einer grundsätzlich verschlossenen Tür zu warten hatte. Erst wenn innen der Summer betätigt wurde, ward ihm diese geöffnet und damit der Weg vor eine Theke freigegeben. Hinter dieser wurde dann darüber entschieden, ob er genügend (richtige) Papiere dabei hatte, mit denen die An- oder Abmeldung eines Kraftfahrzeuges gewährt werden konnte.

 

Das ist heute anders. Der Bürger bekommt auch auf telefonischem Weg Auskünfte (wenigsten manchmal – wenn jemand den Hörer abnimmt). So auch die Auskunft, dass das Amt in Lüchow die Möglichkeit anbietet, das Kennzeichen des Altfahrzeuges nach dessen Abmeldung auf ein neu erworbenes übertragen zu lassen.

 

„Diese Neuerung kommt mir sehr entgegen“, sagt sich der Bürger: Das Gedächtnis muss er nicht mit einer neuen Zeichenkombination belasten und außerdem spart er etliche Euros, da der Lüchower Schildermacher seine Monopolstellung bei der Preisgestaltung ziemlich schamlos ausnutzt.

 

Die (richtigen) Papiere in der Mappe, genügend Geld in der Tasche, nimmt er erwartungsfroh vor dem Schreibtisch der Fachkraft Platz, nachdem die Zahl auf seiner Wartemarke an der Reihe ist und erklärt sein Begehr: Abmeldung des alten, Anmeldung des neuen Fahrzeugs, und bitte: das gleiche Kennzeichen für das neue.

 

Die erste Frage „Sind Sie mit dem alten Fahrzeug hier?“ beantwortet der Bürger wahrheitsgemäß mit „ja“ – weiß er doch, dass er nach der Abmeldung eines Fahrzeugs mit diesem noch (auf direktem Weg) nach Hause fahren darf. Auch wenn es, wie in seinem Fall, reichlich viele Kilometer sind.

 

Um so mehr schmerzt die Reaktion auf sein ehrliches „Ja“: „Dann geht das nicht!“, wird ihm beschieden.

 

Die im Folgenden ausgetauschten Argumente zwischen der Fachkraft (schnell unterstützt durch Abteilungs- und Amtsleitung) auf der einen und dem Bürger auf der anderen Seite stoßen bei der jeweiligen Gegenseite auf Unverständnis.

 

Auch wenn ihm sowohl Einsicht als auch Verständnis fehlen -  nach einer Weile sieht der Bürger ein: Er wird das Straßenverkehrsamt seines Heimatkreises unverrichteter Dinge wieder verlassen müssen. Es geht einfach nicht an, dass er mit einem Fahrzeug, an dessen Kennzeichen die Stempel amtlicherseits zerkratzt sein müssten, nach Hause fährt, wenn diese Stempel gar nicht amtlicherseits zerkratzt aussehen.

 

Aber ihm sind im Laufe des Gespräches ja Alternativen aufgezeigt worden: Er hätte ja darauf verzichten können, sein altes Kennzeichen behalten zu wollen. Oder: Er hätte (die gleichen) Kennzeichen beim Schildermacher ("gleich gegenüber") als Duplikate anfertigen lassen (ca. 35,-€) und dann die Stellen, an denen normalerweise die Stempel prangten, ein wenig zerkratzen können. Oder: Er hätte mit den zerkratzten Stempeln nach Hause fahren können, die Schilder abmontieren und sie mit einem anderen Wagen (z.B.Taxi) zum Neu-Bestempeln wieder zum Straßenverkehrsamt bringen können (knapp 60 km mal 120 g CO2-Ausstoß).

 

Sicher reichen die Verstandeskräfte des Bürgers nicht aus, alle Feinheiten der Bürger-Angelegenheiten-Verwaltung zu verstehen.

Und möglicherweise ist sein Un-Rechtsbewusstsein (besser vielleicht Un-Verordnungsbewusstsein) so schwach ausgeprägt, dass er beim nächsten Mal Kontrollfragen wie „Sind Sie mit dem Altfahrzeug da?“  nicht ganz wahrheitsgemäß beantworten wird.

Es könnte aber noch schlimmer kommen: Der Bürger könnte – nach Ablehnung des Amts-Aktes – auf die Idee kommen, zum Schilder-Abschrauben gar nicht bis nach Hause zu fahren, sondern nur um die nächste Ecke, also heraus aus dem Kontroll-Blickbereich der Amtsinhaber. Wenn dann die Amtshandlung an den abmontierten Schildern des durch die Fenster des Amtes unsichtbaren Autos

erfolgt wäre, könnte er sich (nach dem Wieder-Anschrauben der Schilder) mit dem alten Auto, mit den Schildern mit amtlich unzerkratzten Stempeln und mit un-verordnungsgemäßem ruhigem Gewissen auf den Heimweg machen.

 

Das darf nicht passieren, liebe Bürger-Angelegenheiten-Verwalter:  

 

Hier lauert die Anarchie! Bitte schützen Sie unser Gemeinwesen durch effizientere Kontrolle!

 

 

 

 

 

taschen

 

Manche Leute kaufen sich von dem Geld, das sie nicht haben, Dinge, die sie nicht brauchen, um Menschen zu imponieren, die sie nicht mögen .... 

 

 

   

 

     

 

Glieneitz

 

Ein kleines wendländisches Dorf konnte im Jahr 2008 ein kleinesJubiläum feiern

 

Ein Klick auf das Bild lädt die Einleitung zu einer (ebenfalls kleinen) Dorfchronik, die zu diesem Anlass erstellt wurde.   

 

 

     

 

 

 

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Von einem, der auszog, das Meer zu sehen 

(Fortsetzung von oben) 

 

Auf einem Boot hätte man immer Wasser um sich, denkt er. Nein, kein Motorboot, das immer Lärm macht, der den Wind übertönt – ein Segelboot, das wär’s ... du und segeln? Aber googeln kannst du ja mal.

Sieben Meter lang, 30 Jahre alt, 20 Quadratmeter Segel, Spirituskocher und Anker, einige Reparaturen stehen an. Der Preis – warum nicht?

In der Scheune, zu Hause, steht das nun eigene Boot auf dem Trailer. In neuem Glanz soll es erstrahlen, die Segel geflickt und wieder weiß, die Technik repariert, die Leinen erneuert. Stunden, Tage, Wochen vergehen. Dann bugsiert ein Trecker das Boot in den Fluss. Ja. es schwimmt ! Und der Fluss führt zum Meer.

Der kleine Diesel tuckert zuverlässig vor sich hin. Schiebt das Boot in die erste Schleuse und übertönt dabei gnädig das laute Pochen des Neuskipper-Herzens. Gutgegangen. Zwei Tage lang Fluss und Kanal. Das Meer ist ganz nah. Der Anker hält im Sand der ruhigen Bucht. 300 Meter weiter fahren große Frachter vorbei.

Nur die Aufbauanleitung nicht von Deck wehen lassen. Der Mast steht ja schon. Doch wohin gehören dies Drahtseil und die schwarz-rote Leine? Ein Sicherungsbolzen liegt schon im Wasser. Pass auf, du hast nur noch zwei. Und, was zum Teufel, ist nochmal ein Hahnepott? Ein Pütting muss dies Teil wohl sein.

Geschafft. Die Sonne geht glutrot unter, der Anker hält immer noch. Ein Glas Rotwein und die Wettervorhersage für morgen sind gut. Dann wird das Boot segeln.

Und übermorgen wird er das Meer um sich haben. Nicht zu viel davon zwischen sich und dem Land, aber das Meer.

 

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